Das Thema „Freiheit“ in all seinen Facetten beschäftigt mich echt schon ziemlich lange und begegnet mir immer wieder auf unterschiedliche Weise. Mein erster Gedanke ist dann meist: Einfach alles hinter sich lassen und in einem alten VW-Bulli die Welt erkunden. Die höchsten Berge besteigen, in kristallklaren Alm-Seen baden und abends zusammen am Lagerfeuer sitzen – also einfach immer nur genau das tun, wonach einem gerade ist.

Eine Vorstellung von Freiheit, zugegebenermaßen, die mit der Realität vermutlich eher schwierig zu vereinbaren wäre – und deshalb bislang ja auch mein ganz persönlicher Wunschtraum blieb.

Aber heißt das, dass Freiheit für mich somit nicht möglich ist? Das frei sein eben nur ganz oder gar nicht geht? Ich glaube kaum! Nur mein eigenes Denken und meine Erwartungshaltung an den Freiheits-Begriff muss ich vermutlich ein bisschen anpassen.

Diese Erkenntnis kam mir in der letzten Woche beim Lesen eines Artikels in der neuesten Ausgabe der flow. Auch darin ging es nämlich um Freiheit. Nur eben auch Freiheit „im Kleinen“.

Denn eigentlich geht es meistens doch gar nicht wirklich darum, alles hinter sich zu lassen und komplett anders zu leben. Es sind vielmehr die kleinen Details im Alltag, die bei mir persönlich den Unterschied ausmachen, wie freu oder unfrei ich mich fühle.

Oft schiebe ich diesen Unterschied ehrlicherweise auf die Arbeit. So nach dem Motto. „Frei sein kann ich nur am Wochenende oder im Urlaub.“ Aber eigentlich – das wurde mir beim Lesen des flow-Artikels sehr deutlich klar – ist das einfach nicht wahr!

Denn nicht die Zwänge von außen machen uns unfrei, sondern unsere inneren Grenzen. Wenn ich annehmen, dass ich durch die Arbeit einen normalen Wochentag nicht frei gestalten kann, dann werde ich es auch nicht tun. Nutze ich aber meine Mittagspause für einen ausgedehnten Spaziergang oder treffe mich nach Feierabend mit Freunden auf einen Kaffee, fühlt sich alles schon gleich ganz anders an. Nicht mehr fremdbestimmt, sondern einfach so, als hätte ich die Gestaltung meines Lebens selbst in der Hand.

 

Wer frei im Kopf ist, ist dadurch auch frei im Handeln!

 

Denn Freiheit beginnt aus meiner Sicht eben nicht in Australien oder auf einem amerikanischen Highway, sondern manchmal einfach schon, wenn man sich mit einem guten Buch in die Sonne setzt oder einen langen Spaziergang macht.

Kleinigkeiten mögt Ihr sagen. Dinge, die man doch ganz einfach haben kann. Richtig. Die Frage ist dann nur: Warum nehmen wir uns diese kleinen Freiheiten in der Praxis nicht?

Wir träumen davon, Berge zu besteigen, im Meer zu baden oder bei Sonnenuntergang am Lagerfeuer zu sitzen. Aber wenn wir nach der Arbeit nach Hause kommen, wird der – oftmals ebenso wunderschöne Sonnenuntergang mit Nichtachtung gestraft. Und statt einen langen Spaziergang zum nahegelegenen Fluss zu machen, lassen wir uns auf der Couch von Netflix berieseln. Aber warum den ganzen Sonntag im Schlafanzug herum gammeln, wenn man auch einen schönen Ausflug machen könnte. Nicht, dass gegen einen faulen Tag grundsätzlich etwas einzuwenden wäre! Aber eben dann wenn man wirklich Lust darauf hat. Und nicht einfach aus Gewohnheit und Antriebslosigkeit.

Denn wir selbst sind es, die jeden Tag aufs Neue unseren Alltag gestalten Kürzlich habe ich in einem Instagram-Post den folgenden Satz gelesen:

 

„Man ist immer nur eine Entscheidung von einem völlig anderen Leben entfernt.“

 

Was mich daran so fasziniert, ist nicht der Wunsch nach einem völlig anderen Leben, sondern eher der Gedanke, dass ich die Entscheidung über die Gestaltung meines Lebens selbst in der Hand halte. Ich bestimme, ob ich am Ende einer Woche das Gefühl habe, diese Woche ist außer Arbeit und Sofa ja nix passiert oder aber auf 5 Tage mit unterschiedlichen kleinen und großen Erlebnisse zurückschaue. Auf schöne Momente für mich allein und Begegnungen mit lieben Menschen.

Vielleicht lässt sich im Leben nicht immer alles frei bestimmen und so gestalten, wie man es am liebsten hätte. Aber oft gibt es eben doch viel mehr Spielraum als man denkt. Freiheit im Kleinen eben. Ein Gedanke, der mich extrem motiviert, nicht nur von den großen Träumen zu reden, sondern mich auch im Alltag immer wieder aufzuraffen.

Und wer weiß: Vielleicht treffe ich ja doch noch irgendwann diese eine Entscheidung, die alles verändert und mich zu meinem VW-Bulli und hinaus in die Welt führt… Möglich ist alles! Mein Kopf weiß das jetzt!

2 Kommentare

  1. Das ist jetzt irgendwie eine Vermischung von „Freiheit“ und „einem erfüllten Leben“. Ich glaube, ein erfüllter oder glücklicher Tag kann auch auf der Couch mit Netflix funktionieren – wenn es eine bewusste Entscheidung ist, die als beste aller möglichen Alternativen erkannt wurde. Meistens macht man sich ja keine Gedanken um Routinen, was aber auch gute Seiten hat. Aber es kann ja auch eine Entscheidung sein, sich keine Gedanken zu machen. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich. Was nicht heißt, dass es nicht noch einen schöneren Himmel geben könnte …

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  2. Mein Physiklehrer in der Sekundarschule trug einmal ein T-Shirt mit der Aufschrift ‚Freedom ist a state of mind‘. Obwohl mich solche Themen damals noch nicht gross interessierten, hat mir das sofort eingeleuchtet. Und es lässt sich wunderbar auf Glück, beziehungsweise ein gutes Leben übertragen, welches du in deinem Beitrag ja auch schilderst. Klar, seine geistige Haltung zu verändern kostet auch Energie und ist aufwändig. Aber die gute Nachricht ist doch, dass wir es in der Hand haben 🙂
    Alles Liebe
    Zoey

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