Die Sehnsucht nach der Sonne – Einmal wärmere Temperaturen, laue Abende und diese besondere Leichtigkeit bitte!

Kennt Ihr das? Wenn ich morgens aufwache und durchs Fenster schon die ersten zarten Sonnenstrahlen aufs Bett fallen, ist das Aufstehen gleich nur noch halb so schlimm und der Tag beinahe gerettet.

Sonnenschein macht mich irgendwie einfach glücklich. Lässt mich entspannter mit Herausforderungen umgehen, gelassener auf Probleme und geradezu euphorisch auf schöne Situationen und Erlebnisse reagieren.

Was für ein Unterschied…

Gerade jetzt, wenn nach einem langen Winter langsam aber sicher wieder öfter die Sonne rauskommt und es – wie am letzten Sonntag – endlich etwas milder wird, erschrecke ich mich manchmal selbst, wie sehr sich meine Stimmung plötzlich verbessert. Heißt das doch im Umkehrschluss, dass ich in den letzten Wochen und Monaten eigentlich konstant eher niedergeschlagen und schlecht drauf gewesen sein muss, ohne es richtig zu merken.

Wirklich auffallen tut mir das dann immer erst, wenn ich den direkten Kontrast spüre und plötzlich wieder das Gefühl habe, vor Lebensfreude zu sprühen, hüpfen zu wollen und gar nicht zu wissen, wo ich mit meiner Energie hinsoll.

Natürlich verfliegt auch dieser Überschwang nach kurzer Zeit… Die Alltagssorgen und der Arbeitsstress bleiben ja trotzdem. Und doch bin ich im Frühling und Sommer einfach ein anderer Mensch. Ich liebe es, wenn die Türen zur Terrasse den ganzen Tag offenstehen und man einfach das Gefühl hat, der Garten würde mit zur Wohnung gehören. Wenn wir jeden zweiten Tag grillen, es abends lange hell bleibt und man noch stundenlang draußen sitzen kann.

Mag sein, dass ich das Ganze – in meiner Sehnsucht nach dem Frühling – gerade ein wenig verherrliche. Natürlich hat auch der Winter mit gemütlichen Sofaabenden, heißem Tee und der Weihnachtszeit seine Vorzüge. Aber für mich persönlich gibt es einfach kein schöneres Gefühl, als so viel Zeit wie möglich in der Natur zu verbringen. Und das lässt sich eben einfach deutlich besser bewerkstelligen – und aushalten – wenn es nicht gerade Minusgrade hat. Und damit meine ich nicht, dass ich 25 Grad erwarte, sondern einfach nur ein Wetter, bei dem man in leichter Jacke und normalen Schuhen rausgehen kann, ohne direkt zu erfrieren.

Das war schon immer so…

Auf einem ehemaligen Bauernhof aufgewachsen war es für mich von klein auf selbstverständlich, dass sich im Sommer das halbe Leben draußen abspielte. Sobald es warm genug war und die Sonne schien, spielten wir von früh bis spät draußen, turnten auf den Heuballen rum oder verwandelten die Straße mit Kreide in einen Rollschuh-Parcours. Und auch später zu Schul- und Unizeiten wurden bei den ersten Anzeichen von gutem Wetter sämtliche Lernunterlagen auf die Terrasse geschleppt und mein Workout vom Fitnessstudio in den Schatten der heimischen Obstbäume verlagert.

Kurz zusammengefasst: Welche Beschäftigung auch immer sicher nach draußen verlagern ließ, verlagere ich auch dorthin. Umso schwerer fällt es mir heute, durch meinen Vollzeitjob im Büro mittlerweile die meisten Stunden des Tages in geschlossenen Räumen verbringen zu müssen und mich nur allzu oft mit den letzten Sonnenstrahlen am Abend begnügen zu müssen.

Wie wär’s mit einem Büro im Grünen?

In der Schule gab es bei uns ein Grünes Klassenzimmer, auf das wir bei warmem Wetter ausweichen konnten. Warum genau ist also eigentlich noch niemand darauf gekommen, dieses Prinzip auch für Büros einzuführen? Klar – per Homeoffice funktioniert das schon in vielen moderneren Unternehmen. Aber da ich im Zuge meiner Work-Life-Balance Studien durchaus auch die Vorteile der räumlichen Abgrenzung zwischen Beruf und Privatleben schätzen gelernt habe, fände ich auch eine gemeinsame Unternehmens-Terrasse mit WLAN durchaus reizvoll.

Denn meine Arbeit macht mir durchaus Spaß und ich erledige meine Aufgaben wirklich gerne. Aber egal welche Aufgaben noch auf meiner To-Do-Liste stehen: Draußen in der Natur und in der Sonne fühlen sie sich leichter an und ich bin ein Stück weit glücklicher.