Sehnsucht nach Amrum – Kleine Liebeserklärung an „meine“ Nordseeinsel Nr. 1

„Der Wind pustet mir wild durchs Haar, in meinen Ohren klingt das Rauschen der Wellen, vor den Augen das Glitzern der Sonne auf dem Meer und meine nackten Zehen bohren sich in den noch kühlen, aber angenehm weichen Sand, direkt an der Wasserkante.“

Ein Moment, wie er perfekter für mich nicht sein könnte. Und genau mit diesem Moment, mit diesem ganz besonderen Gefühl verbinde ich Amrum.

Die rauen Naturgewalten spüren und vielleicht genau dadurch innerlich komplett zu Ruhe kommen und zu mir finden.

Sonnenaufgang am Strand auf Amrum

Sonnenaufgang am Strand auf Amrum

„Amrum – Die Perle der Nordsee!“ lautet der Werbeslogan dieses kleinen, nahezu perfekten Fleckchen Erde Mitten in der Nordsee, kurz vor der dänischen Grenze. Einen Werbeslogan braucht es bei mir allerdings wirklich nicht mehr, um mich von Amrum zu überzeugen. Viel zu sehr ist die Insel in den letzten Jahren zu einer Art zweitem (bzw. neben Österreich vielleicht eher dritten) Zuhause geworden – einem Sehnsuchtsort, der mir manchmal schon Kraft gibt, wenn ich mich nur mit geschlossenen Augen dort hin träume. Einem Ort, den ich mittlerweile gefühlt in- und auswendig kenne und der mich trotzdem jedes Mal wieder aufs Neue überrascht.

Dass das mal so werden könnte, war bei meinem ersten Besuch allerdings so ganz und gar nicht abzusehen. Denn als ich mit knapp drei Jahren, hustend, schniefend und mit Teddy unterm Arm an der Hand meiner Mama zum ersten Mal Inselboden betrat, kamen wir eher „gezwungenermaßen“. Nach wochenlangem Keuchhusten, der einfach nicht verschwinden wollte, hatte der Arzt meinen Eltern nahegelegt, es bei meiner Schwester und mir mal mit einer „Luftveränderung“ zu versuchen. Mein erstes Ostern auf Amrum.

Mittlerweile ist daraus die jährliche Tradition entstanden, wenn irgendwie möglich gemeinsam mit der ganzen Familie die Ostertage auf der Insel zu verbringen. Aber auch zu jeder anderen Jahreszeit, mit Freunden oder allein. Immer ist da direkt dieser Zauber:

  • Dieser Moment, wenn man nach langer Auto- oder Zugfahrt die Fähre betritt und plötzlich sämtlichen Ballast und all die Sorgen, die einen zuhause noch bis zum Kofferpacken beschäftigt haben, auf dem Festland zurücklässt. (Als Kind musste ich tatsächlich öfter mal weinen, wenn es an die Rückreise ging und wir in Wittdün aufs Schiff stiegen.)
  • Im Strandkorb dick einpackt die ersten Frühlings-Sonnenstrahlen des Jahres zu genießen. Sich vom Nordseewind den letzten Rest Winterdepression aus dem Kopf pusten lassen.
  • Die ersten frischen Kartoffeln des Jahres essen und dazu natürlich jede Menge leckeren Fisch und selbstgepuhlte Krabben (früher direkt vom Kutter – heute an Land, aber immerhin noch direkt beim einzigen echten Amrumer Krabbenfischer)
  • Unendlich lange Spaziergänge am Strand – immer direkt an der Wasserkante, den Blick auf die heranrollenden und wieder abebbenden Wellen gerichtet. Das Rauschen des Meeres und des Windes in den Ohren.

Das alles verbinde ich untrennbar mit Amrum. Wobei mir durchaus bewusst ist, dass Amrum bei weitem nicht die einzig schöne Nordseeinsel ist. Auch Norderney, Borkum oder Wangerooge haben mir gut gefallen (und in diesem Sommer werde ich nun spontan auch noch Juist kennenlernen). Der besondere Charme liegt für mich ganz persönlich wohl eher in der Mischung aus atemberaubender Natur, Ruhe und unzähligen schönen Kindheitserinnerungen.

Schaf und Lämmchen auf Amrum.

Schaf und Lämmchen auf Amrum.

Einer meiner – leider unerfüllt gebliebenen – Teenie-Zukunftsträume war daher tatsächlich immer, mal einen Sommer auf der Insel zu verbringen, dort in der Gastronomie oder Hotellerie zu arbeiten und einfach monatelang dieses Inselgefühl genießen zu können.

Aber das macht nichts! Denn was mir die Insel schenkt – dieses besondere Gefühl vom Schiff zu steigen und sich plötzlich ganz ruhig, leicht und frei zu fühlen, dass ist bis heute bei jedem Besuch geblieben. Und allein zu wissen, dass es einen solchen Ort für mich gibt, macht mich wahnsinnig glücklich und dankbar!

Sonnenaufgang am Strand.

Sonnenaufgang am Strand.