Camper-Roadtrip durch Österreich, Slowenien und Kroatien Teil 1: Von der Idee über den Camper-Umbau bis zur Packliste.

Ende letzten Jahres musste sich der Herzmann gezwungenermaßen von seinem bisherigen Auto trennen – und „Caddy“ wurde Teil unserer Familie. Ein wenig attraktiver, aber dafür umso praktischerer weißer VW Caddy Maxi, indem sämtliche Boxen, Lichtanlagen, Bässe und Kabel des Liebsten Platz haben.

„Der ist so groß – da könnte man sogar drin schlafen!“ wurde mir das gute Stück angepriesen. Und schwupps: Da war er wieder, mein lang gehegter Traum vom freien Leben und Reisen im VW-Bus, der mich bereits seit Jugendtagen regelmäßig aufs neue begleitet und umgetrieben hat, aber bislang nie in die Tat umzusetzen war. Aber dieses Auto musste doch wohl ein Zeichen sein.

Camper-Umbau

Camper-Umbau

Und tatsächlich ließ uns beide die Idee nicht mehr los und zahlreiche Planungstage, diverse Youtube-Tutorials und ellenlange Diskussionen auf dem Hof (vor oder im Wagen) später, hatten wir tatsächlich einen Plan. Denn Voraussetzung für alle Umbaumaßnahmen war immer, dass das Ganze nicht nur möglichst günstig sein sollte, sondern vor allem auch problemlos ein- und ausgebaut werden kann. Schließlich ist und bleibt „Caddy“ in erster Linie Transporter und erst in zweiter Linie unser persönliches kleines Glücksmobil.

 

Schlafen:

Also baute der Liebste aus Dachlatten (aus Papas alten Beständen) eine praktische Unterkonstruktion und wir ergatterten über Ebay-Kleinanzeigen einen gebrauchten Lattenrost und eine 1,40 m Matratze zu Schnäppchenpreisen.

Wichtig: Das Untergestell sollte einerseits ausreichend Platz für unser (durchaus zahlreiches) Gepäck bieten, aber anderseits wollte ich natürlich auch nicht direkt unter die Decke gepfercht schlafen, sondern nach Möglichkeit noch bequem auf der Matratze sitzen und lesen können.

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Und was soll ich sagen: Das Ergebnis war für unsere Bedürfnisse einfach perfekt!!! Geräumig, gemütlich und mit ganz viel Persönlichkeit. Vor allem durch die liebevolle Dekoration aus Postkarten, Erinnerungsstücken und Lichterketten mit der mich der Herzmann eines Abends kurz vor der Abreise überraschte.

Aber auch die praktischen Aspekte dürfen bei so einer Planung natürlich nicht zu kurz kommen. Fliegengitter an den Fenstern (damit man sie nachts aufmachen kann und Luft bekommt), Vorhänge gegen lästige Blicke, Beleuchtung durch LED-Stripes an der Decke und mehrere Steckdosen, die durch ein Außenkabel (das durch ein Schraubenloch in der Decke geschoben hat) an das jeweilige Stromnetz auf dem Campingplatz angeschlossen werden können. Denn eins ging bei den vielen schönen Fotomotiven und Eindrücken immer viel zu schnell zur Neige: Der Handy-Akku. 😉

 

Essen:

Mindestens genauso entscheidend für eine gelungene Reise, ist neben einem gemütlichen Schlafplatz aber wohl auch die richtige Verpflegung. Schnell waren wir uns einig: Wir wollten so viel wie möglich selbst kochen. Einerseits um Geld zu sparen, andererseits aber auch, weil improvisiertes Kochen und Grillen aus unserer Sicht einfach zum Camping dazugehört. Trotzdem habe ich im Hinblick auf meine Ernährung im Alltag ziemlich hohe Ansprüche, koche eigentlich immer frisch, vermeide verarbeitete Lebensmittel so gut es eben geht und achte auf regionale, qualitativ hochwertige Produkte.

Durchaus eine kleine Herausforderung für den Camping-Alltag. Zumal mir später beim Blick auf die Teller unserer Camping-Nachbarn – anhand der unzähligen 5-Minuten-Terrinen, abgepackten Schoko-Brötchen und Dosen-Ravioli – immer wieder deutlich wurde, dass eine bewusste Ernährung und das naturnahe und somit ebenfalls sehr bewusste Camper-Leben wohl nicht immer Hand in Hand gehen…

Für uns jedenfalls stand fest: Ein Grill alleine würde uns wohl nicht ausreichen. Wichtig war vor allem ein Kühlschrank, der es uns ermöglicht, auch empfindliche Produkte über den Tag frisch zu halten (und natürlich das obligatorische Bier für den Liebsten kalt zu stellen ;-D). Aber wie betreiben? Mit einer Zusatzbatterie?

Zum Glück konnte uns hier mein Onkel weiterhelfe, dessen uraltes Schätzchen von Camping-Kühlschrank gleich drei Anschlussvarianten (normaler Stecker, Autostecker und Gas) bot und somit wirklich in jeder Lebenslage einsatzbereit war. (Es sei denn, man lässt ihn am Auto angeschlossen, wenn man eine mehrstündige Wanderung macht… Aber dazu im nächsten Post mehr ;-))

Platzmäßig bereitete uns der Kühlschrank aber durchaus Kopfzerbrechen. Denn unter unserer Bettkonstruktion ließ er sich einfach nicht verstauen. Zu groß! Am Ende lief es dann auf die etwas mühselige Variante hinaus, dass er während der Fahrt auf der Matratze festgegurtet wurde und am Stellplatz regelmäßig auf den Beifahrersitz versetzt werden musste. Aber was tut man nicht alles für ein kühles Bier (der Herzmann) oder Frischkäse auf dem Brot und Milch im Kaffee (ich)…

Und damit wir uns nicht 2,5 Wochen von Würstchen und Steaks ernähren müssen, wurde zusätzlich zu unserem Mini-Holzkohlegrill noch schnell die elektrische Kochplatte mit zwei Feldern von der Mama des Liebsten ausgeborgt und unser Repertoire durch zwei Töpfe und eine Pfanne ergänzt. Außerdem durfte natürlich der Wasserkocher nicht fehlen, mit dem wir uns so richtig schön stilecht unseren Kaffee selber filtern konnten.

Ihr seht: Wir haben wirklich versucht an alles zu denken und tatsächlich fehlte uns bei den Küchenutensilien nichts, was man wirklich schmerzlich vermisst hätte.

Unsere Liste im gesamten:

  • Kühlschrank
  • Kleiner Holzkohlegrill inkl. Kohle und Grillanzünder
  • Elektrische Herdplatte
  • 2 Töpfe und 1 Pfanne
  • Wasserkocher
  • Plastikkaffeefilter und enstprechende normale Filter zum Reinlegen
  • Kaffeepulver
  • 2 Emaille-Becher
  • 8 wiederverwendbare Plastikteller
  • Besteck
  • Pfannenwender, Grillzange und verschiedene Messer
  • Schneidebretter
  • Diverse Tupperdosen in unterschiedlichen Größen
  • Gewürze und Öl zum Kochen
  • Utensilien zum Spülen (Praktisch wäre auch eine Wanne zur Aufbewahrung des dreckigen Geschirrs und zum Spülen selbst. Das haben wir bei vielen anderen Campern gesehen.)
Selbstgekocht schmeckt's doch immer noch am besten!

Selbstgekocht schmeckt’s doch immer noch am besten!

Die Route:

Hätte man den Herzmann oder mich unabhängig voneinander zum Traumurlaubsziel befragt, wäre sicherlich Schweden & Norwegen dabei rausgekommen. Und diese Länder stehen auf unserer Liste für den nächsten Trip auch definitiv ganz oben!!!

Trotzdem kristallisierte sich beim Planen relativ schnell heraus, dass ein Land mit halbwegs stabilen, warmen Wetterverhältnissen im Mai und verhältnismäßig geringen Lebenshaltungskosten für unseren ersten Ausflug ins Camperleben vielleicht auch Vorteile hätte. Und da uns vor allem tolle Landschaften und eine eindrucksvolle Natur faszinieren kann, konnten wir uns schnell auf einen Rundkurs mit Ziel Kroatien einigen. Wie praktisch, dass mein absolutes und für immer liebstes Land Österreich da direkt auf dem Weg lag 😉

Nachdem wir im vergangenen Jahr (ohne Camper, aber mit Auto) bereits einen Roadtrip durch Frankreich gemacht hatten, war eine unserer wichtigsten Vorgaben, nicht täglich allzu lange Strecken zurücklegen zu müssen. Daher entscheiden wir uns für eine lange Hin- und Rückfahrt, aber kurze Strecken zwischendurch. Schon allein dadurch fiel unser Augenmerk dann zwangsläufig auf Slowenien als potenzieller Zwischenstopp. Was – wie Ihr im nächsten Post, wo ich unsere Route und unsere einzelnen Ziele nochmal genau beschreiben werde – eine unserer besten Entscheidungen überhaupt war!!!

Ausblick beim Aufstehen: Adria-Bucht in Starigrad.

Ausblick beim Aufstehen: Adria-Bucht in Starigrad.

Aber soviel nun erstmal zur Planung. Wo es uns am Ende wirklich hin verschlagen hat und was wir dort so alles erlebt haben, werde ich Euch in den nächsten Tagen nochmal genau aufschreiben.

Solltet Ihr Fragen habe, freue ich mich sehr über Eure Nachricht!